Die Gastronomie
Die berühmten und zahlreichen Speisen und Spezialitäten der
Küstenlandschaft sind auch wegen der Lage und des Klimas optimal bedingt. Das
milde Klima und der fruchtbare Boden tragen auf entschiedener Weise zu einer
Herstellung von Produkten einer sehr guten Qualität bei. Das Meer und die damit
verbundenen Traditionen geben ihren Anteil dazu, indem sie der lokalen
Gastronomie unglaublich viele Geschmachsrichtungen geben. Man kann hier die
Hochzeit zwischen der bäuerlichen Küche, die mit den Erzeugnissen der Erde und
der Viehzucht verbunden ist, und der Kultur des Meeres, die von einem Volk
kommt, das die Fischerei im Blut hat, erleben. Die Landwirtschaft hat hier eine
tausendjährige Geschichte. Es ist sicher, dass die Römer das Zweikorn anbauten
und dass sie es auf heissen Steinen kochten, aber nicht nur das, sondern auch
Bohnen, Weizen, grosse Bohnen, Kichererbsen, Heilkräuter und anderes Gemüse wie
Knoblauch, Kurbisse und Zwiebeln. Die Milchproduktion ist schon immer sehr
intensiv gewesen, wegen der vielen Milch kühe. Auch deswegen heissen die Berge
der Halbinsel "Monti Lattari" d.h. die Milchberge. Diese Situation
hat positiven Einfluß auch auf die Produktion der Milchprodukte gehabt, die
noch heute dieser Gegend den Ruhm geben, besonders der Hochebene von Agerola
die für die Mozzarella, die geräucherte Provola und den Caciocavallokäse sehr
berühmt ist. Das Küstenmeer ist andererseits eine unendliche Fischquelle und
die Fischspeisen spielen in der lokalen Gastronomie eine wichtige Rolle:
Tintenfische, Kalmare, Sardellen und Meeresfrüchte sind in vielen, mehr oder
weniger ausgearbeiteten, Rezepten vorhanden. Ausgezeichnet ist der lokale
Kabeljau, der viel besser als der Atlantische, wegen seiner Fettlosigkeit, ist.
Primi Piatti
In
der gastronomischen Tradition spielt die Pasta eine wichtige Rolle. Der
Volkstradition nach wurde die Pasta von Marco Polo, der sie in China entdeckt
hatte, nach Italien eingeführt. Die ersten Pastasorten in Amalfi waren die
"Nunderi", die "Lagane" und die "Ricci", die von
Hausfrauen und Pastameister erfunden wurden. Die "Nunderi" gehören
jetzt zu der Geschichte der Gastronomie, weil sie nicht mehr zubereitet werden.
Die "Lagane" kann man noch in einigen Rezepten der Küste finden; sie
sind eine Art Bandnudeln aus Mehl, Wasser und Salz. Die traditionelle Sauce für
diese "Lagane" wird mit Kichererbsen, Knoblauch,Öl und Petersilie
zubereitet. Ein Gericht, das an die Armut der Vergangenheit erinnern lässt,
sind die "Spaghetti al pesce fuito" d.h. "Spaghetti mit dem
weggeschwommenen Fisch!", die mit Öl, Knoblauch, Petersilie und dem
Fischgeruch (d.h. einem Becher Meereswasser) zubereitet werden.
Secondi Piatti
Unter
den Fischgängen darf man die "Pezzogna all'acqua pazza" (hochwertiger
Fisch im verrückten Wasser) oder die "impepata di Cozze"
(Miesmuscheln mit Pfeffer) nicht vergessen. Der Fisch "im verrückten
Wasser" wird in Wasser, Öl und kleinen Tomaten, "Spunzilli"
genannt, gekocht. Die "Miesmuscheln mit Pfeffer" werden in heissem
Wasser gekocht und sobald sie sich geöffnet haben werden sie mit Pfeffer,
zerkleineter Petersilie und Zitronensaft gewürzt. Ein sehr karakteristisches
Rezept dieser Gegend ist der berühmte "Sarchiapone": d.h. eine mit
Hackfleisch gefüllte Zukkini; sehr beliebt ist auch die "Caponata":
ein leckeres Gericht, das aus hartem Brot (Friselle) Tomaten, Sardellen und
Auberginen besteht.
Dolci
Die
"Pastiera", normalerweise in der Osterzeit gebacken, ist eine
Mürbeteig mit Ricotta (ähnlich wie Quarkkäse)gefüllt. Dazu kommen Orangenessenz
und in Milch gekochte Weizen, kandierte Früchte, Zimt, Eier und Zucker. Ein
anderes leckere Rezept sind die "Susamielli": "S" förmige
weihnachtliche Plätzchen die mit Mehl, Mandeln, kandierten Früchten, Honig und
Sesamkörnern gemacht werden. Ein anderes Gebäck sind die "Struffoli":
Bällchen aus friettiertem Teig mit Honig und kandierten Früchten. Die
"Mostaccioli": Plätzchen mit Honig und Anislikör; und zuletzt die
Zeppole: frittierte Eclairs mit Creme gefüllt.
Vini

Der Küstenwein hat eine sehr antike Geschichte. Denkt man an
Plinius und Martial, die schon in ihren Schriften die Herstellung besonderer
Anforen für den Bacchusnektar erwähnten. Besonders zwei waren die Weinreben,
die die Weinproduktion der Sorrentiner Halbinsel im Laufe der Jahrhunderte
beeinflußten: der San Nicolareben, der seinen Namen einem lieblichen Geschmack
und einem sehr milden Bouquet dankt und den man nur in der Amalfi- und
Sorrentinergegend finden kann; die anderen Weintrauben sind die
Sanginellasorte, deren Trauben hart, gross und oval sind und die einen guten
Geschmack haben. Diese zwei Weinreben werden zur Zeit nicht mehr angebaut und
stattdessen gibt es Weinreben mit schon aufgepfropften Ablegern, die eine
bessere Produktion garantieren, im Vergleich zu den typischen aufgepfropften
Reblingen S.Nicola o Sanginella. Unter den Weissweinen sind auch: der
"Episcopio" aus Ravello, der eine helle strohgelbe Farbe und einen
milden Bouquet, einen frischen Geschmack und einen bitteren Nachgeschmack hat,
der "Tramonti di Apicella", der mit Biacolella- und Falanghinatrauben
hergestellt wird und der ein mildes Bouquet hat; der "Furore", der
einen Ginsterduft und einen herben Geschmack hat.
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